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Blog

No-Billag-Initiative gefährdet Perspektiven von jungen Medienschaffenden

Martina Polek

Die No-Billag-Initiative schwächt die Position von jungen Medienschaffenden in der Schweiz. Junge Journalisten Schweiz lehnt die Initiative deshalb ab. Nach einer allfälligen Annahme wären rund 770 Ausbildungs- und Einstiegsjobs bei der SRG und bei privaten Radio- und TV-Stationen bedroht.           

Junge Journalisten Schweiz (JJS) empfiehlt die No-Billag-Initiative zur Ablehnung. Die unabhängige Netzwerk- und Ausbildungsplattform für Medienschaffende unter 30 Jahren befürchtet einen massiven Abbau beim praxisnahen Ausbildungsangebot der SRG. «Es ist klar, dass die SRG in ihrer heutigen Form nicht mehr weiterbestehen wird, wenn die No-Billag-Initiative angenommen wird», sagt JJS-Vizepräsidentin Manuela Paganini. «105 attraktive Stages- und Praktika-Plätze sind alleine bei der SRG im Bereich des Radio-, TV- und Online-Journalismus gefährdet.»

Bei den ebenfalls existenziell bedrohten 34 privaten Radio- und Fernsehstationen, welche von den Billag-Gebühren profitieren, stehen die Stellen von knapp 570 Medienschaffenden sowie rund 100 Ausbildungsplätze auf dem Spiel. Dabei handelt es sich um Stellen, die auch Kolleginnen und Kollegen mit wenig Erfahrung den Einstieg ins Berufsleben und damit eine Perspektive ermöglichen. «Alle jungen Medienschaffenden, die sich multimedial orientieren, sind damit direkt von den Auswirkungen der Initiative betroffen», so Paganini.

Für Junge Journalisten Schweiz ist klar, dass gerade in Zeiten von gezielter Falschinformation und zunehmender Polarisierung eine solide und praxisnahe Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten dringend notwendig ist. Nur gut ausgebildete Medienschaffende können ihre Aufgabe als Wachhunde der Demokratie wahrnehmen, den Mächtigen auf die Finger schauen und Missstände beleuchten. Die Programme der SRG sind nicht nur hinsichtlich ihrer journalistischen Qualität, sondern auch in Bezug auf die Ausbildung ihrer Mitarbeitenden wichtige Referenzen. Insbesondere sie sind nach einer Annahme der No-Billag-Initiative in Gefahr. Aus diesen Gründen lehnt Junge Journalisten Schweiz die Initiative ab. Das Netzwerk empfiehlt seinen Mitgliedern zudem, sich im Abstimmungskampf einzubringen.

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Das war #JJ17: Ein Herz für den Journalismus!

Mario Fuchs

Wie lange haben wir darauf hingearbeitet und hingefiebert: ein ganzes Jahr steckte das 22-köpfige Team von «Journalismus jetzt – Das junge Medienforum» in die Vorbereitung von #JJ17. Es hat sich gelohnt, und wie: 80 Teilnehmende, 11 Redaktionsbesuche, 10 Workshops, 2 Inputvorträge, 1 Podiumsdiskussion.

Zum 6. Mal konnten wir «Journalismus jetzt» am 10./11. November 2017 durchführen, zum 3. Mal in der Form als junges Medienforum. Dank euch – die ihr alle ein Herz für den Journalismus habt und den Mut, die Freude oder die Pflicht fühlt, das zu zeigen. Und ein grosses Merci an unsere Partner und Sponsoren! Allen voran dem Studiengang CAST/Audiovisual Media der ZHdK, die uns einmal mehr ein wunderbares Zuhause boten.

Ein riesiges Herz für Journalismus: Daniel Ryser während seins Inputs.

Ein riesiges Herz für Journalismus: Daniel Ryser während seins Inputs.

Wir haben gehört, warum es wichtig ist, nicht aufzugeben, mit einer Recherche weiterzumachen, auch wenn es mühsam wird. Wir haben gelernt, wie man ein Datenleck auswertet. Wir haben gelernt, wie man eine Kulturkritik schreibt, selber eine Infografik baut, mit dem Smartphone allein einen professionellen Videobeitrag produziert. 

Konzentriert bei der Arbeit: Teilnehmende in der Recherchewerkstatt von Florian Imbach (SRF Rundschau), Sylke Gruhnwald (Beobachter/Republik), Thomas Preusse (Republik).

Konzentriert bei der Arbeit: Teilnehmende in der Recherchewerkstatt von Florian Imbach (SRF Rundschau), Sylke Gruhnwald (Beobachter/Republik), Thomas Preusse (Republik).

Wir haben viel diskutiert und reflektiert. Darüber, wie weit wir gehen dürfen, um rechtlich noch auf der sicheren Seite zu stehen, wie unsere Texte besser werden, wie wir mit kreativen Methoden auf neue Ideen kommen.

Ja, auch über das liebe Geld haben wir geredet: Was ist eine faire Bezahlung für eine Praktikantin, einen Volontär? Was muss eine Ausbildung bieten? Wie weit darf, soll, muss man sich selber ausbeuten, um an sein Karriereziel zu gelangen?

Was ist uns der Journalismus wert, wie weit dürfen und müssen Junge gehen, um sich zu behaupten? Szene der JJ17-Podiumsdiskussion.

Was ist uns der Journalismus wert, wie weit dürfen und müssen Junge gehen, um sich zu behaupten? Szene der JJ17-Podiumsdiskussion.

Wir haben damit gezeigt, dass der nächsten Generation nicht egal ist, was mit dem Journalismus in der Schweiz passiert. Wir haben gezeigt, dass wir da sind, bereit sind, lernen wollen. Und das gemeinsam tun wollen. Unser Herz schlägt für den Journalismus. 

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Alle Bilder von #JJ17:
Hier in unserer Galerie.

Zürcher Journalistenpreis und JJS lancieren Newcomer-Preis

Selina Wiederkehr

So viel Herzblut hast du in deinen Text gesteckt. Recherchiert, strukturiert, gefeilt, Fakten überprüft. Dir ist eine Top-Story gelungen. Doch kurz darauf ist das Blatt gedruckt, der Artikel auf der Webseite nach unten gerutscht, dein Text vergessen.

Wir finden, du hast mehr Anerkennung verdient. Deshalb spannen Junge Journalisten Schweiz mit dem Zürcher Journalistenpreis zusammen. Gemeinsam haben wir diesen sehr bedeutenden Preis für Schweizer Medienschaffende um eine Kategorie erweitert: den Newcomer-Preis. Mit dieser grossen Anerkennung und einem Preisgeld von 3000.- kannst du deinen Text krönen. Natürlich darfst du auch ein Werk einer Kollegin oder eines Kollegen vorschlagen. Einsendeschluss ist der 15. Januar.

Bedingungen:

  • Der/die Autor/in ist unter 30 oder weniger als fünf Jahre als Journalist/in tätig.
  • Der Beitrag ist in der Deutschschweiz erschienen oder der/die Autor/in ist hauptsächlich hier tätig.
  • Der Beitrag ist im Jahr 2017 gedruckt oder online erschienen (kein Buch).
  • Pro Bewerber/in wird höchstens ein Bericht berücksichtigt.

Hier gehts zur Anmeldung und zu weiteren Infos über die Bedingungen, die Jury, die Preisverleihung etc. 

Rita Flubacher erhielt 2017 den Preis für das Gesamtwerk. (Bild: Selina Haberland)

Rita Flubacher erhielt 2017 den Preis für das Gesamtwerk. (Bild: Selina Haberland)

Wie man als freier Journalist überlebt

Martina Koch

«Ich bin jetzt ein halbes Jahr frei und meine Kinder sind noch nicht verhungert», sagte Matthias von Wartburg an unserem Event «Wie?So!» im Flügelrad in Olten. Das Publikum wollte wissen, wie er das schafft. Wie er genug und genug gut bezahlte Aufträge an Land zieht. «Es sind ziemlich harte Verhandlungen», so von Wartburg, «aber mit der Zeit weiss man, wer gut zahlt und wer eher nicht.» Apropos Geld: «300 Franken pro Tag müsste ich verdienen, damit es reicht». Das sind eine Handvoll Geschichten pro Monat. 

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300 Franken pro Tag brauche ich zum Überleben.

Matthias von Wartburg

Von Wartburg war früher Redaktor bei privaten Radiostationen. Nun schreibt er als freier Journalist für Beobachter, NZZ am Sonntag, Medienwoche, Bernerzeitung, und andere. Schon länger freischaffend ist Christian Zeier. Er hat sich spezialisiert auf Geschichten im Bereich der Sozialpolitik, Migration und Integration, die u.a. in «das Magazin», «die Zeit», Beobachter und der WOZ publiziert wurden. 

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«Manchmal habe ich bereits eine Rohfassung der Geschichte, bevor ich sie jemandem anbiete,» sagte Christian Zeier. Aber das stärke seine Verhandlungsposition überhaupt nicht: «Die anderen wissen, dass ich die Geschichte verkaufen will. Sie sind also am längeren Hebel.» Aber das sei halt das Risiko. Er sei freischaffend, weil er seine eigenen Geschichten umsetzen will, «wegen dem Geld mach ich das sicher nicht.» 

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Wegen dem Geld mach ich's sicher nicht. 

Christian Zeier

Offen und ehrlich waren die beiden Journalisten, offen auch für Fragen des Publikums. Das wollte zum Beispiel wissen, ob man Texte zweit verkaufen könne: «Ja. Grundsätzlich schon», antwortete Matthias von Wartburg. Aber: «Man muss es natürlich offenlegen. Und mir ist es erst ein einziges Mal gelungen.» 

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Um überhaupt Geschichten verkaufen zu können, brauche man ein gutes Kontaktnetz. «Kaffeetrinken, brunchen und zusammen Abendessen gehört quasi zum Job», erklärt Zeier. Wie viel das zeitlich ausmache, sei schwierig zu sagen. «Aber es ist schon wichtig.»  

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Besuch in der Hauptstadt Europas: JJS in Brüssel

Martina Polek

Im September ist eine Gruppe junger Journalisten eine Woche lang in Brüssel unterwegs gewesen. Sie, und eine grosse Gruppe EU-interessierter, welche dem Angebot der Organisation Young European Swiss (YES) gefolgt sind. Alle haben eine intensive und spannende Woche erlebt – und die EU und ihre Institutionen von ganz nah kennengelernt. 

Vor dem EU-Parlamentsgebäude

Vor dem EU-Parlamentsgebäude

Natürlich machten die Jungen Journalisten einen Abstecher ins Pressezentrum der Kommission, dem grössten Europas. Während des täglichen «Press Briefings», übersetzt in alle offiziellen Amtssprachen, wurde deutlich, wie viel Aufwand hinter einer aktiven und direkten Kommunikation in einem so grossen Gebilde steckt. Im Gespräch mit Journalisten (Highlight: SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck) vor Ort wurde aber auch klar, wie oft Informationen über informelle Kanäle fliessen und wie wichtig deshalb der direkte Kontakt ist. Und ja, Lobbyisten haben nicht selten ziemlich viel Macht.

Hier tagen die EU-Kommissionsmitglieder - und für einmal wir

Hier tagen die EU-Kommissionsmitglieder - und für einmal wir

Hast auch Du Lust bekommen, nächstes Jahr mit uns nach Brüssel zu fahren? Du zögerst noch?Ok, kurz und bündig, warum Du im Herbst 2018 unbedingt mit solltest an die Challenge Europe:

Was wir Lehrreiches erfahren haben:

  • es gibt unglaublich verschiedene Arten, sich für Politik zu interessieren oder zu engagieren
  • aus Schweizer Sicht wirkt die EU ganz anders als wenn man sie von innen betrachten kann
  • was der Brexit konkret bedeutet 

Was wir Spassiges erlebt haben:

  • viel gutes Essen (äthiopisch, typisch belgisch, Burger, ...)
  • die Abende, an denen man mit bisher fremden, aber bald sehr vertrauten Menschen in einer fremden Stadt verbringt. Immer aufregend!
  • belgisches Bier 
  • die Gespräche
Brüssel bedeutet aber auch: viele Kneipen, viel Bier, tolle Gespräche

Brüssel bedeutet aber auch: viele Kneipen, viel Bier, tolle Gespräche

Geheimdienst-Geheimnisse lüften – so geht's  

Martina Polek

Ende April 2017 wird der mutmassliche Spion M. in Frankfurt verhaftet. Kurz darauf tischt der Tages-Anzeiger und Bund die Vorgeschichte des Geheimdienst-Krimis brühwarm auf: «Operation Eiswürfel»: Protokoll einer missratenen Spionageaktion. An der letzten Wie?So! Veranstaltung von JJS hat sich der Co-Autor und Leiter des Rechercheteams Thomas Knellwolf in die Karten blicken lassen. Und wertvolle Tipps gegeben.  

Vieles hat Thomas Knellwolf aus der Verfahrensakte erfahren. Doch wie ist er an diese Akte herangekommen? Seine Quelle darf er nicht verraten. Nur so viel meint er dazu: Meist habe eine Seite, die in einen Prozess verwickelt ist, Interesse daran, seine Sicht publik zu machen. Und dafür seien die Beteiligten meist sogar bereit, die Prozessakten weiterzugeben. Hilfe hat das Schweizer Rechercheteam übrigens auch von den Kollegen der Süddeutschen-Zeitung erhalten. Diese konnten sie mit Informationen und Kontakten zu den deutschen Behörden versorgen. 

Das nehmen wir von diesem Abend für unsere Journi-Karrieren mit:

Langer Atem: Alle grossen Politiker*innen haben mal klein angefangen. Deshalb bei Jungparteien nach vielversprechenden Talenten Ausschau halten. Den ersten Journi, der Interesse gezeigt hat, vergisst niemand so schnell wieder. Starte heute dein Netzwerk-Aufbau und lass es mit dir mitwachsen.

Keine Scheu vor grossen Fischen: Auch bekannte Namen ruhig mal anschreiben und zu einem Kaffee treffen. Meistens klappt es. Manchmal halt nicht.

Kontaktpflege ist die halbe Miete: Ein bis zwei Mal pro Woche ist ein «Was gibt es Neues bei ihnen»-Telefon/Treffen angesagt. Für die nötige Disziplin sorgen Kontaktlisten. 

Fachgebiet zulegen: Spezialisieren lohnt sich, um bei einer Recherche nicht immer bei Adam und Eva anfangen zu müssen.

Ordnung muss sein: Längere Recherchen immer dokumentieren, egal ob mit Evernote, Excel oder dem guten alten Mäppli-Ablage-System.

Mit offenen Karten: Akteure vor Erscheinen des Artikels/Beitrags auf den Inhalt vorbereiten und nach der Publikation Betroffene anrufen - auch wenn's unangenehm sein kann.

«Die ersten 90 Minuten sind die schwersten.»

Martina Koch

Zugegeben, den Pokal haben wir nicht geholt am «Impressum Cup» in Marly. Aber wir haben irgendwie doch gewonnen: Kein Team war so bunt wie unseres. Einerseits, weil wir uns nicht auf eine T-Shirt-Farbe einigen konnten.

Andererseits, weil wir Spielerinnen und Spieler aus über acht Redaktionen aus der ganzen Deutschschweiz zusammengetrommelt haben (Bundeshausradio, BernerZeitung/Bund, tink, RadioFr, EnergyBern, Energy- Zürich, Rote Anneliese, SRF). 

Impressum hat geschrieben: «Um die 180 Spielerinnen und Spieler aus allen Himmelsrichtungen der Schweiz und aus verschiedenen Bereichen der Medien (Presse, Radio, TV) haben zum erfolgreichen und fairen Durchführen beigetragen.»

Da wir die journalistische Zukunft am Turnier verkörperten, haben wir - frech wie wir sind - auch noch zwei Online-Journalisten reingeschmuggelt. ;-) 

Zusätzlich erlaubt waren maximal zwei Personen pro Team, die nicht im Journalismus arbeiten. Haben wir natürlich voll ausgenutzt! Auf unsere Topscorerin Elen war so manches Team neidisch. 

Wir haben gekämpft. Es war nicht immer einfach, zugegeben. Wir haben Opfer gebracht.
Also - vor allem Felix. 

Gute Besserung an dieser Stelle an Felix. Er lässt sich jetzt (hoffentlich) zuhause verwöhnen. 

Eben, den Pokal haben wir nicht geholt. Ist ja auch klar - bei solchen Gegnern wie ihm hier. :-)

(Und ja, verdammt, der Kerl hat uns ein Tor geschossen.) Trotzdem waren wir unschlagbar: So gut wie wir war niemand in der dritten Halbzeit. :-) 

Fotos von impressum, Bärni Aebersold, Felix Unholz und Martina Koch. 

Liebe, Linguistik, Lobo: Was mir von der Re:publica 2017 geblieben ist

Manuela Paganini

Die deutschsprachige Medienszene versammelte sich im Mai zum 11. re:publicanischen Massenknuddeln. Mittendrin: eine Delegation von JJS. Ein Rückblick.

Von Daniel Faulhhaber

Re:publica re:invited – und JJS liess sich nicht lange bitten. Zum dritten Mal war eine Delegation von Junge Journalisten Schweiz an Europas wichtigster Medienmesse vertreten. «Love out Loud» lautete das Motto 2017, das sich als Corporate Design in pulsierenden Herzen und auf Demonstrations-Bannern niederschlug. Dem Hass etwas entgegensetzen. Laut sein. Die virtuellen Strassen nicht dem Mob überlassen. Das war die Botschaft.

Und Liebe geht immer

Also wurde gekuschelt, was die Server hergaben. Und wie immer, wenn Journalistinnen an Journalistenkonferenzen über Journalisten twittern, glichen die sozialen Netzwerke im nu einem digitalen Liebesnest. Und dazu gab es ja auch allen Grund: Carolin Emcke unternahm kurz nach dem Startschuss ihre schillernde «assoziativ-analytische Befragung von Love out Loud». Hängengebliebene Leitfrage: Geht dieses Motto überhaupt mit einem Imperativ zusammen?
 
«Lieb! Klingt schon seltsam»
 
Den Rest dieses rhetorischen Feuerwerks, das übrigens mehr Zuversicht als Skepsis versprühte, lässt sich wie die meisten Panels online nachsehen. Und hier passt der Imperativ dann wieder hin. Emckes Rede an der Re:publica 2017: Anschauen!
 
Dann kam der Interntet-Journalist Sascha Lobo und auch der hatte spitze Pfeile im Köcher. Er feuerte mit aufgezogenen Stimmbändern Lobo-Neologismen ins proppenvolle Auditorium («viele Nazis sind nur Temporärarschlöcher») – und gab dann wie hundert andere Journalisten vor ihm das x-te Sequel folgender Story zum Besten: Linker (oder zumindest liberaler) Journalist geht auf eine Afd-Demo und kann – Überraschung – nicht mit den Leuten reden. Er wird beschimpft, gar mit Bier übergossen. Das erschien auch in diesem Fall etwas wohlfeil. Ja, mit knallrotem Punkerschopf und signalorangenen ZDF-Mikrofonköpfen lässt sich das Wespennest ordentlich aufmischen. Aber dass die lustvolle Zurschaustellung des wütenden Mobs keinen journalistischen oder gesellschaftlichen Mehrwert bringt, wissen wir ja spätestens seit Trump im Weissen Haus sitzt.


 
In Sachen Social-Media-Trends gibt es gute Nachrichten für alle, die auf das möglicht baldige Verschwinden von Snapchat gehofft haben: Der Hype ist 2017 tatsächlich etwas abgeebbt. Als Ersatzreligion für digitale Futuristen versucht sich dafür noch immer die 3D-Brille zu etablieren. Klappt so halbgut – aber am besten da, wo sie den Raum zum eigentlichen Protagonisten macht. Zum Beispiel beim englischen Projekt «Notes on Blindness»: Da lässt die Brille einen die Erlebniswelt eines Blinden anhand von Geräuschen und projizierten Bildfetzen erahnen. Paradox: Gerade weil die Brille das visuelle Spektakel auf ein Minimum herunterdimmt, übt dieses eine besondere Anziehung aus.

Ein Plädoyer für mehr Unfertiges

Richtig gut war die Aktivistin und Journalistin Kübra Gümüşay, mit ihrer grundsätzlichen Forderung, das Netz wieder zur Spielwiese zu machen, das es einst war. Es fehlt der Platz für Unfertiges und Gümüşay will mehr (Denk-)Prozesse statt Produkte. Die Neurolinguistin Elisabeth Wehling sprach über die Macht von Sprachbildern, Framing genannt. Hört. Auf. Von. «Flüchtlingswelle». Zu. Schreiben! Denn damit wird ein ganzes Bündel semantischer Trigger übermittelt, die die Gefahr implizieren: Schwemme, Ertrinken, Bedrohung, Tsunami. Surfen? «Wörter sind semantische Wundertüten», sagt Wehling. Ein Schöner Satz. Gleich mal vertwittern.
 
Resümee: Jede Konferenz ist das, was man aus ihr macht. Meine Republica 2017 bot mehr #Information als #Inspiration, mehr #Bestandesaufnahme als #BlickindieZukunft. Schön wars trotzdem, auch dank einer tollen JJS-Crew. Das Urteil: 7 von 10 Punkten.

Ausschreibung Challenge Europe 2017

Matthias Strasser

Brüssel ist Dreh- und Angelpunkt der Europapolitik; die EU-Institutionen haben dort ihren Hauptsitz. Neben Politikern, Lobbyisten, NGOs versammelt sich hier auch die internationale Mediengesellschaft. Die Stadt ist quasi der grösste Presseraum Europas. Und mit uns bist Du eine Woche lang mittendrin.

Triff in Brüssel Schweizer Auslandskorrespondenten und Journalisten und tauche ein in die Arbeit der über tausend akkreditierenden Journalisten. Nicht zu unterschätzen sind auch das Brüsseler Nachtleben und die berüchtigten Pommes Frites – die besten der Welt sollen sie sein.

Das europäische Abenteuer ermöglicht dir Junge Journalisten Schweiz: Wir reisen vom 3. bis zum 10. September 2017 mit einer kleinen Gruppe nach Brüssel und erkunden die Stadt, die Medien und die europäischen Institutionen. Und das ist noch nicht alles: Du hast die Gelegenheit, bei Vorbereitungstreffen in Bern mit schweizerischen und europäischen Politikern, Lobbyisten und NGO-Vertretern zu sprechen und mehr über die EU und ihre Beziehungen zur Schweiz zu lernen.

Hier alles, was Du dazu wissen und machen musst, wenn Du mitkommen willst:

  • Die Reise kostet (Anreise, Übernachtung und Verpflegung inklusive) 390 Franken. Wir organisieren sie in Zusammenarbeit mit Young European Swiss (YES).
  • Damit du mitkommen kannst, musst du JJS-Mitglied sein. Wenn du dich bei uns für die Reise anmeldest, wirst du automatisch für ein Jahr JJS-Mitglied. Den Mitgliederbeitrag schenken wir dir. Im Gegenzug musst du zusätzlich folgendes Formular ausfüllen und im Feld Nachricht "Challenge Europe 2017" eintragen: Mitglied werden.
  • Wenn du bereits JJS-Mitglied bist, kriegst du 30 Franken Rabatt.
  • Wenn du Fragen dazu hast, schreib uns eine Mail an bruessel@jungejournalisten.ch.
  • Anmeldeschluss ist der 30. Juni
  • Für die Anmeldung bitten wir dich, die unten stehenden Fragen zu beantworten und abzuschicken.
  • Falls du kein Bestätigungsmail erhältst, dann schreib eine Mail an info@jungejournalisten.ch.
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Wenn du noch nicht JJS-Mitglied bist, musst Du ein zweites Formular ausfüllen. Siehe "Was du wissen musst".

JJS in Perugia

Karin Wenger

Die hübsche Altstadt von Perugia wird jeweils im April zum Hotspot für Journalisten aus aller Welt. Wichtige Chefredakteure und kühne Start-Up-Gründer erzählen, worauf sie ihre Hoffnung setzen und worüber sie sich den Kopf zerbrechen. Zum zweiten Mal ist JJS mit einer Truppe nach Italien ans International Journalism Festival gereist. Gelebt haben wir wie Könige in einer Villa mit Dachterrasse, wir liessen uns inspirieren von Inputreferaten, lebhaften Diskussionen und gutem Wein. Weil es so schön war: hier ein Fotoblog.

Noch vor dem Einzug in die Villa: ein Aperitivo. Das erste von vielen.

Noch vor dem Einzug in die Villa: ein Aperitivo. Das erste von vielen.

Die Aussicht von der Dachterrasse.

Die Aussicht von der Dachterrasse.

Und wir alle: «Verbringen wir die fünf Tage einfach hier oben?»

Und wir alle: «Verbringen wir die fünf Tage einfach hier oben?»

Anstehen für Adam Mosseri, Facebooks Vize-Präsident für den Newsfeed.

Anstehen für Adam Mosseri, Facebooks Vize-Präsident für den Newsfeed.

Wer's verpasst hat: Auf dem IJF Youtube-Channel kannst du alle Panels nachschauen.

Wer's verpasst hat: Auf dem IJF Youtube-Channel kannst du alle Panels nachschauen.

Zwischen den Veranstaltungen immer wieder: dolce far niente.

Zwischen den Veranstaltungen immer wieder: dolce far niente.

Unser, äh, Gruppenfoto?

Unser, äh, Gruppenfoto?

Voilà, Versuch Nummer 2. Die JJS-Perugia-Crew.

Voilà, Versuch Nummer 2. Die JJS-Perugia-Crew.

Fotos von Janosch Tröhler und Céline Graf.

P.S. Falls du das nächste Mal dabei sein möchtest, reserviere dir die Tage 11. bis 15. April 2018.