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Blog

Unsere Zukunft #6 – Nicolas Kreutter

Konrad Weber

 «Wer weiterkommen will, muss mehr Gas geben.»

Er ist einer der Wenigen, die es geschafft haben, im deutschen Ausland ans Radiomikrofon zu kommen. Als «Der Schweizer» wurde Nicolas Kreutter (29) in der preisgekrönten Morgenshow bei 105’5 Spreeradio Berlin bekannt. Seit Kurzem ist er Autor einer Berliner TV-Produktionsfirma und Radiocoach. Als Erster der sprechenden Zunft stellt Nicolas Kreutter sich im Mailinterview den Fragen der Serie «Unsere Zukunft».

Nicolas Kreutter (29), Moderator bei 105’5 Spreeradio Berlin

Als kleiner Junge träumtest du davon, beim Radio zu arbeiten. Was sollte ein Jugendlicher, der zum Radio will, mitbringen?

Neugier, Disziplin, Fleiss, Mut und Pünktlichkeit. Unbestechlich sollte er natürlich auch sein.

Den einen richtigen Weg zum Moderator gibt es bekanntlich nicht. Manche waren Lehrer, Zeitungsjournalisten, Werber, Musiker. Wer unbedingt Radiomoderator werden will, der schafft es auch. Mein Tipp: Von unten nach oben arbeiten. Wer bei einem kleinen Sender anfängt, hat viele Freiheiten, kann sich austesten und merkt sehr schnell, ob es wirklich Spass macht. Und wer weiterkommen will, muss besser sein und mehr Gas geben als die andern – eigentlich wie in jedem Job.

Wie dein journalistisches Vorbild – Günther Jauch?

Absolut. Jauch ist einer, der konsequent an sich arbeitet und sich immer wieder neu erfindet. Das ist spannend und macht langfristig erfolgreich. Ansonsten finde ich Benjamin von Stuckrad-Barre toll. Er macht eine leider wenig beachtete Polit-Show auf dem Spartenkanal ZDF Neo. Ausserdem schreibt er wunderbar entlarvende Politiker-Porträts für den Axel Springer Verlag.

Was können wir Schweizer Medienschaffenden denn von den deutschen Kollegen lernen?

Von den Deutschen? Die können unglaublich viel trinken, bei Firmenfeiern saufen die dich unter den Tisch.

Ich glaube, ein reger Austausch findet mittlerweile schon statt: Ralf Grosse-Bley ist Blick-Chef und Roger Schawinski war schon Sat1-Chef.

Auf jeden Fall haben die deutschen Medienleute ein unglaubliches Arbeitstempo, davon sollten wir uns eine Scheibe abschneiden.

Welches ist dein grösster Fehler, den du rückblickend in deiner journalistischen Karriere begangen hast?

Man kann keine Fehler machen, sondern nur wichtige Erfahrungen sammeln. Am Anfang, als ich 22-jährig war, bot man mir eine Morningshow an. Als es dort überhaupt nicht lief, schmiss ich nach einem Jahr alles hin. Kurz darauf hat es mich nach Berlin verschlagen. Jeder Misserfolg ist auch eine Chance.

Du scheinst gerne auszupobieren: Tust du auch aktiv etwas, um den schlechten Ruf der Medienschaffenden zu verbessern?

Wir haben einen schlechten Ruf? Davon weiss ich nichts. Klingt ja so, als wären wir Betrüger und würdenden Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Wir müssen selbst aufpassen, dass wir nicht die Meinung von Politikern, Wirtschaftsleuten und Kulturschaffenden zu den Medien als die Wahrheit erachten.

Welches Berufsziel hast du momentan vor Augen?

Ursprünglich wollte ich mal «10vor10» moderieren, weil das Studio damals so toll aussah. Das heutige gefällt mir leider gar nicht.

Meine neue verträumte Vision ist es, irgendwann mal eine Produktionsfirma zu besitzen, die aussergewöhnliche TV- und Radiosendungen herstellt und dafür mit Preisen überhäuft wird.

Hat es der Mediennachwuchs dank Online-Vernetzungsmöglichkeiten heute einfacher, Fuss zu fassen?

Jein. Um aus der Masse herauszustechen, braucht man schon eine großartige Idee. Ein Freund von mir fing an über seine Erlebnisse im Berliner Nachtleben bei Myspace zu schreiben. Bereits nach einem Jahr war dieser Blog so beliebt, dass ihm ein Verlag anbot, seine Kolumnen als Buch zu veröffentlichen. Ich hingegen schreibe schon seit Jahren unter www.der-schweizer.com einen Blog, aber von mir wollte nicht mal jemand einen Ausdruck.

Welches sind die grössten Herausforderungen für junge Journalistinnen und Journalisten in Zukunft?

Auch wenn sich mittlerweile die Verbreitungswege von Medien durch das Internet verändern, gewinnt am Ende immer noch eine gute Idee. Wer gute Ideen hat, wird vorankommen.

Wichtig wird deshalb die Handhabung des Urheberrechts. Wer gute Ideen ins Internet stellt, muss als Verfasser besser geschützt werden. Es kann nicht sein, dass Werke von Journalisten, Musikern oder Filmemachern einfach kostenlos getauscht, kopiert und vervielfältigt werden, ohne dass der Verfasser daran etwas verdient.

Du meintest vorher, der schlechte Ruf der Medienschaffenden sei ein Gespenst. Was war die schönste Reaktion auf deine Arbeit?

An meinem letzten Arbeitstagbei Spreeradio bekam ich eine Hörermail: Darin bedankte sich jemand für meine Arbeit und meinte, ich gehörenach sieben Jahren Morgensendung irgendwie schon zu seiner Familie, obwohl wir uns nie persönlich getroffen hätten.Welch’ schöneres Kompliment gibt es für einen Medienschaffenden?