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Praktikum – hartes Pflaster für Medieneinsteiger

Janine Teissl

Am diesjährigen Swiss Media Forum moderierte Luzia Tschirky, Vizepräsidentin Junge Journalisten Schweiz, die Podiumsdiskussion «Generation Praktikum: Die Medienbranche und der Nachwuchs». Der Verband konnte mit der Präsenz am SMF 2013 auf die Situation von Praktikanten im Journalismus und in der PR aufmerksam machen. Zu Gast waren, Désirée Pomper, Nachrichtenchefin 20 Minuten und Verena Vonarburg, Senior Consultant bei Furrer Hugi & Partner AG.

Gezielte Betreuung und gute Entlöhnung – ein Ausnahmefall!
«Ich nehme mir Zeit, gehe mit dem Praktikanten Satz für Satz durch und bespreche den Text. Ich bin mir bewusst, dass dies redaktionell nicht 100% umsetzbar ist, versuche  aber wenigstens, mit meinen Praktikanten auf diese Weise vorzugehen.», meint 20 Minuten Nachrichtenchefin Pomper im Bezug auf Förderung und Unterstützung der jungen Journalistinnen und Journalisten im Arbeitsalltag. Dass dies in grossen Redaktionen keine leichte Aufgabe ist, mag einleuchten – etwas stutzig macht die Tatsache, dass 20 Minuten eine sehr hohe Praktikantenquote hat. Die Praktikanten generieren nahezu gleich viele Inhalte wie die anderen Journalisten. Es ist demzufolge unmöglich, dieser grossen Masse an Praktikanten immer unterstützend zur Seite zu stehen.

Wer eine Praktikumsstelle bei 20 Minuten hat, kann sich freuen, lohntechnisch sieht es gut für den jungen Nachwuchs aus. «In den ersten drei Monaten bekommt ein Praktikant 1500 und später 2000 Franken – gerade genug um über die Runden zu kommen», meint Pomper. Leider ist 20 Minuten mit diesem Lohnniveau ein Einzelfall und liegt weit über vielen anderen Praktika im Bereich Journalismus und PR. Zudem ist die Bezahlung eines Praktikanten mehr eine Aufwandsentschädigung als ein «Lohn». Man muss immer noch bedenken, dass sich der jeweilige Nachwuchs in Ausbildung befindet, Neues lernt und davon profitieren kann.

Journalist oder  doch PR Consultant?
Früher oder später zieht es viele Journalisten in die PR Branche. Es gibt geregeltere Arbeitszeiten, höhere Löhne und der Job lässt sich besser in den Familienalltag integrieren. Es sind mehr die grundlegenden Faktoren, die darüber entscheiden, ob man im Journalismus bleibt oder nicht. Auch Verena Vonarburg war Journalistin, heute arbeitet sie bei Furrer Hugi & Partner als Senior Consultant. Ihr Wechsel gründet jedoch keinesfalls in der besserem Bezahlung, für sie spielten andere Faktoren eine Rolle:«Ich wollte mein Fachgebiet – die Politik – von einer anderen Seite kennenlernen. Auch wenn mich der Familienalltag zu jener Zeit stark gefordert hatte, sah ich dieser Herausforderung mit Freude entgegen. Ich habe den Beruf als Journalistin damals geliebt.“

Praktikanten waren früher ehrgeiziger
Frau Pomper muss sich an den Kopf greifen, wenn die Bewerber betonen, wie wichtig es ihnen sei, neben dem Praktikum noch zahlreiche Hobbies zu pflegen. Sie spricht von einer sich anbahnenden Generation «Yoga», die sich mehr um eine möglichst gute «Life-Work-Balance» kümmert, als um den 150% Einsatz in ihrem Traumjob.» In den Medien wird jedoch zunehmend darauf aufmerksam gemacht, dass es wichtig sei, einen Ausgleich neben dem Beruf zu haben. Im Publikum gehen die Meinungen auseinander. Gerade junge Leute hätten noch viel Energie und müssten halt auf die Zähne beissen, wenn sie etwas erreichen wollen - früher wäre es nicht anders gewesen, so Voten von Zuschauern.

«Guter Input», meint Vonarburg, fügt aber hinzu, dass man damals den jungen Nachwuchs nie so ausgebeutet hätte. Heute sei dies Gang und Gäbe, weil es nichts Lohnenderes für eine Unternehmung gibt, als die Anstellung junger Produktionsmaschinen. Gerade deshalb sei es als Praktikant wichtig, Grenzen klar zu kommunizieren und sich nicht alles gefallen zu lassen!

In der Realität  kommt Quantität oft vor Qualität und wer aus der Masse herausstechen möchte, muss sich anstrengen. Die Medienbranche bleibt ein hartes Business und Festanstellungen werden nicht einfach verschenkt. Bleibt zu hoffen, dass sich der junge Nachwuchs nicht abschrecken lässt und weiterhin den Einstieg in die Medienbranche wagt. Dazu müssen Unternehmen sich ernsthaft über die Perspektiven, die sie dem Nachwuchs bieten, Gedanken machen. Ansonsten verlieren alle. Die Unternehmen, die Gesellschaft und letzten Endes auch die potenziellen Praktikanten.