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Tim Honegger: «Ich wünschte mir mehr Differenziertheit»

Konrad Weber

Seit einigen Jahren engagiert sich der 19-jährige Aargauer, Tim Honegger, im Journalismus. Trotz seines jungen Alters leitet er bereits eine eigene Redaktion und hat mit seiner Arbeit die Neue Aargauer Kantizeitung Troubadour (NAKT) in eine Erfolgsgeschichte verwandelt. Gegenüber jungejournalisten.ch erklärt er, was ihn am Beruf des Journalisten reizt.

Wie fühlt es sich an, so jung bereits eine eigene Zeitung herauszugeben und eine Redaktion zu leiten?

Es ist zweifellos eine aufwändige, aber überaus bereichernde Aufgabe. Durch das Chefredaktoren-Amt komme ich einerseits mit interessierten Jungjournalisten in Kontakt, die frische Ideen und Ansichten mitbringen. Andererseits ist es ein grossartiger Weg, um sich mit gestandenen Persönlichkeiten in diesem Gebiet zu vernetzen. Insofern ist die Arbeit bei der NAKT gleichzeitig ein Fundament für meine berufliche Zukunft. Nicht zuletzt erfüllt sie mich auch mit stolzer Zufriedenheit – einem Gefühl, das ich so intensiv zuvor kaum je hatte.

Wie bist du zum Journalismus gekommen?

Ich stieg vor drei Jahren als freier Mitarbeit bei der «Aargauer Zeitung» ins Metier ein. Damals trat ich in die Fussstapfen meines Bruders. In der Zwischenzeit habe ich aber meinen eigenen Weg gebahnt – nicht zuletzt dank der NAKT.

Wie kamst du zur NAKT?

Auf die Kantizeitung wurde ich eines Tages aufmerksam, als die Redaktion auf der Suche nach einem neuen Chefredaktor war. In dieser Zeit war ich gerade besonders stark vom Journalismus angefressen und war der einzige, der sich auf den Aufruf meldete.

Kannst du uns etwas zur Entstehung der NAKT erzählen?

Die NAKT ist die Neulancierung des Troubadours, der ehemaligen Kantizeitung. Die beiden journalistisch interessierten Kantischüler Manuela Zeller und Robert Benz riefen die Schülerzeitung 2008 wieder ins Leben – so tragen wir auch heute noch den Troubadour in unserem Namen (Neue Aargauer Kantizeitung Troubadour).

Ihr druckt die NAKT viermal jährlich bei der az-Druckerei. Wie finanziert ihr das ganze Projekt?

Das Geld für die Produktion der Zeitung stammt ausschliesslich aus den Inseraten. Dazu zählen sich mehrheitlich Universitäten, Banken und Sprachaustausch-Anbieter. Unser Budget sieht im Vergleich zu den meisten Schweizer Zeitungen rosig aus – mitunter dank unseren ehemaligen und dem aktuellen Gesamtleiter, Elia Blülle. Durch diese Eigenfinanzierung können wir garantieren, dass wir unabhängig berichten und kritisch sein können.

Weshalb habt ihr euch für eine gedruckte Zeitung und nicht ein Onlinemedium entschieden?

Wir verfügen neben der gedruckten Ausgabe über einen Internetauftritt. Allerdings hat niemand von uns das nötige Know-How und deshalb sieht diese ziemlich verwahrlost aus. Also bitte googelt sie nicht!

Welche Rückmeldungen erhaltet ihr – nicht nur von Schülerinnen und Schülern?

Wer stets äusserst entzückt ist über die NAKT, sind unsere (Deutsch-)Lehrer. Sie rechnen uns ehrenamtlich Schreibenden die Arbeit bei der Kantizeitung hoch an. Im ausserschulischen Bereich ist die Zeitung jedoch recht unbekannt.

Schülerinnen und Schüler sind im Kantialter nicht immer gleich zuverlässig. Wie motivierst du dein Team immer wieder von Neuem?

Das ist wirklich einer der Knackpunkte, der mit diesem Amt verbunden ist. Bei den meisten Redaktoren braucht es mehrere E-Mails, bis das gewünschte Material endlich da ist. Die Motivierung kommt aber weniger von unserer Seite: Am meisten treibt es die Redaktoren wohl an, wenn sie ihren eigenen Text in der gedruckten Zeitung lesen können. Genau wie mich auch.

Wie gelingt es dir, Kanti und Zeitungsprojekt nebenher unter einen Hut zu bringen?

Durch diszipliniertes Zeitmanagement. Ich schaue nur selten fern und versuche meine Zeit möglichst sinnvoll zu verbringen – erst seit ich diesen Grundsatz gefasst habe, merke ich, wie viel Freizeit wir Kantischüler wirklich haben. Und wie wenig wir davon nutzen. Dennoch hat das Schulische zuweilen das Nachsehen – besonders kurz vor der Publikation.

Was war dein prägendstes Erlebnis in Zusammenhang mit der NAKT?

Ich führte einmal ein Interview mit dem Fraktionschef der SVP Aargau, Andreas Glarner. Im Gespräch erwähnte er beiläufig, die Kanti Baden sei ein Drogenmekka, und dass es dort Prostituierte gebe. Das schlug natürlich hohe Wellen in den nationalen Medien – der Höhepunkt war, als ich bei Giacobbo/Müller als «giftiger Kantischüler-Journalist» bezeichnet wurde. Ich verstehe das als Kompliment.

Wo holst du dir die Ideen für deine Zeitung, was und wer inspiriert dich?

So langweilig es auch klingen mag: Die Ideen dazu finde ich im Alltag – denn er beschäftigt uns Menschen am meisten. Wenn man mit offenen Ohren und Augen durch die Welt geht, ergeben sich die spannenden Themen von selbst. Diese Erfahrung habe ich auch bei der journalistischen Arbeit bei anderen Medien gemacht.

Nach der Kanti wird wohl auch deine Zeit bei der NAKT zu Ende gehen – was sind deine Pläne für danach?

Zuerst werde ich wohl die Universität besuchen. Über die Richtung bin ich indes noch nicht sicher; womöglich wird mein Studium etwas mit Sprachen, Politik oder internationalen Angelegenheiten zu tun haben.

Hast du ein journalistisches Vorbild oder vielleicht ein Vorbild für deine Zeitung?

Nein, ich bin noch nie einer anderen Person nachgeeifert. Selbstverständlich gibt es Personen, die mich inspirieren oder beeindrucken – doch ich möchte mein Leben eigens gestalten. Von den Zeitungen und Magazinen überzeugt mich keine durch das Band. Das will aber nicht heissen, dass ich nicht das eine oder andere abkupfere. Ich wünschte mir in der Schweizer Medienlandschaft jedoch mehr Differenziertheit – die politische Färbung ist bei vielen Medien unübersehbar.

Was möchtest du an deiner Zeitung in Zukunft noch verbessern?

Wir arbeiten ununterbrochen an der Verbesserung unserer Zeitung. Es ist allerdings schwierig bis unmöglich, uns langfristig zu ändern: Ständig verlassen uns Redaktoren und es kommen neue hinzu. Das birgt aber auch Vorteile: So sind wir dynamisch und können eine grosse Durchmischung an Themen und Schreibstilen garantieren.