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Blog

Gebt uns bitte Grund zum Träumen

Martina Koch

Radio als Medium, das Menschen unterhält, meist mit viel Witz und Werbung, scheint nach wie vor ein beliebtes Berufsziel zu sein. Aber Journalismus im Radio? Das ist ein Problem. Trotzdem gäbe es Wege, dies zu ändern.

Im Audio- (und notabene auch Video-)Bereich gibt es für viele junge Journalistinnen und Journalisten nur ein Ziel: Die meisten wollen irgendwann zum SRF.

Es ist zwar geil, bei einem Unikom-Radio wie Kanal K oder 3FACH die Sau rauszulassen. Aber es gibt kaum Batzeli. Und es ist beeindruckend, wie man sich unter dem massiven Produktionsdruck der Redaktionen kommerzieller Sender ganz neu kennenlernt. Aber sind wir ehrlich – im Verhältnis zum Stress ist der Lohn relativ tief. In zweieinhalb Minuten kann man sich nicht kreativ verwirklichen.

Übrig bleibt als Ziel das SRF mit anständigen Ressourcen für die Newswelt und die Hintergrundgeschichten. Aber auch dort ist die Zurückhaltung bezüglich neuen Formaten (sprich Podcasts) einigermassen gross. Es gibt positive Beispiele (tolle sogar), aber im Verhältnis zur Grösse, dem Erfahrungsschatz und den Ressourcen des Unternehmens eben doch nur wenige.

Und dann kommt da die Republik und rettet uns alle. Klar, das ist vielleicht übertrieben. Mit «Zündstoff» produzierte sie einen richtig sauberen Podcast wie man es aus den USA kennt. Es gibt nun berechtigte Hoffnung, dass auch ausserhalb des SRF geile, aufwändige Audioproduktionen möglich sind.

Verlage und Medienhäuser beginnen, mit Audio zu experimentieren. Und darin sind wir Jungen gut: Einfach mal drauf los. Fehler machen, daraus lernen, neu beginnen, besser machen. Gebt uns seriöse Rahmenbedingungen. Dann können wir der Generation nach uns zeigen, dass es sich lohnt, vom Radiojournalismus zu träumen.

Martina Koch
Vize-Präsidentin JJS & Redaktorin SRF Regionaljournal


Junge Journalisten Schweiz organisiert am Swiss Radio Day 2019 ein Panel zum Thema «So klingt der Nachwuchs». Junge RadiomacherInnen erzählen von ihren Projekten und Ideen. Registriere dich hier gratis.


JJS unterstützt den Medienfrauenstreik 2019

Simon Schaffer

Gleichstellung geht uns alle an. Auch in der Schweizer Medienbranche werden Frauen diskriminiert. Um dagegen zu protestieren, legen Journalistinnen, Moderatorinnen und Fotografinnen am Frauenstreiktag am 14. Juni ihre Arbeit nieder. JJS unterstützt ihre Forderungen.

Frauen haben in den Schweizer Medienhäusern nicht die selben Chancen wie Männer. Ein Bündnis von Medienfrauen hat deshalb einen Forderungskatalog verabschiedet. Junge Journalistinnen und Journalisten Schweiz trägt diesen mit. Die Forderungen und Möglichkeiten, wie Frauen und Männer den Streik unterstützen können, sind unten aufgelistet.

  • Publizistische Macht

    Drei von vier Führungspositionen sind in der Schweizer Medienbranche sind laut einer Studie der ZHAW mit Männern besetzt. In den Ressorts Politik und Wirtschaft arbeiten zu 70 Prozent Männer. Meinungsbildende Gefässe wie Analysen und Kommentare sind weitgehend in männlicher Hand. Nach Jahren des Ungleichgewichts der Geschlechter fordern wir, dass bewusst Ausgleich geschaffen wird.

  • Lohngleichheit

    In unserer Branche verdienen Frauen bei gleicher Berufserfahrung durchschnittlich 700 Franken im Monat weniger als Männer. In Kaderpositionen beträgt der Lohnunterschied im Durchschnitt gar 1400 Franken. Wir verlangen gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie

    Mutterschaft ist für Medienschaffende noch immer ein Karrierehindernis. 54 Prozent der weiblichen Angestellten in der Medienbranche sind unter 30 Jahre alt, über 50-Jährige (oder Frauen mit mehr als zwölf Jahren Berufserfahrung) sind nur noch zu 30 Prozent vertreten. Wir fordern familienfreundliche Arbeitsstrukturen auf allen Hierarchiestufen und für alle Geschlechter.

  • Schutz vor Belästigung
    Von Abwertungen und Belästigungen im Arbeitsumfeld und im Netz sind vor allem weibliche Medienschaffende betroffen. Wir fordern von unserem Arbeitgeber oder unserer Arbeitgeberin Schutz und Unterstützung.

  • Kein Sexismus in der Berichterstattung

    Frauen sind in der Berichterstattung deutlich untervertreten. Wenn über sie berichtet wird, dann oft in Stereotypen. Frauen sind als Akteurinnen zu wenig sichtbar. Ab einem gewissen Alter verschwinden sie zunehmend aus der Berichterstattung. Wir fordern eine angemessene mediale Repräsentation der Frauen und ihrer vielfältigen Berufs- und Lebensentwürfe. Dieses Ziel muss in den publizistischen Leitlinien verankert werden.

Was kann Mensch tun? Eine kurze Anleitung

  1. Sich ins Formular eintragen, um zu zeigen, dass du hinter den Forderungen stehst.

  2. Reden! Mit Kolleginnen und Kollegen über die Forderungen, den Medienfrauenstreik und das Unterschriften-Formular sprechen. Und dann mit eurer Chefin / eurem Chef.

  3. Teilen! Die Beiträge des Medienfrauenstreiks können auf den jeweiligen Kanälen geteilt werden. Schau:

    Twitter

    Instagramm

    Facebook

  4. Bei der Aktion #nowomennonews mitmachen: Poste dazu ein Bild mit deinen Forderungen für mehr Gleichstellung. Beispiele dazu gibt es auf Instagram.

Das sind die nominierten Newcomer für den Zürcher Journalistenpreis 2019

Silvan Zemp

Der Newcomer-Preis des Zürcher Journalistenpreises startet in die zweite Runde. Die Preisverleihung findet am 14. Mai statt. Dieses Jahr sind eine junge Journalistin und zwei junge Journalisten nominiert. In kurzen Videostatements stellen sie ihre Arbeiten vor.

Meret Michel arbeitet als freie Journalistin und wohnt in Beirut. Sie wurde mit dem Text «Schlepper in Seenot» für den Newcomer-Preis des ZJP nominiert. Den Text findest du hier. Im Video spricht Meret unter anderem über die Entstehungsgeschichte ihres Texts.

Samuel Tanner arbeitet für die NZZ am Sonntag. Er wurde mit dem Text «St. Otmar St. Gallen: Ein Leben für den Verein» nominiert. Seinen Text findest du hier. Im Video erzählt Samuel unter anderem, wie er auf das Thema gestossen ist und welchen persönlichen Bezug er dazu hat.

Kevin Brühlmann arbeitet für die Schaffhauser AZ. Er wurde mit dem Text «Enthüllt» nominiert. Seinen Text findest du hier. Im Video erzählt er unter anderem, wie er dank des Öffentlichkeitsprinzips an sensible Informationen gelangte, die ihm eigentlich gar nicht zustanden, und wie er und die Redaktion damit umgingen.

Löhne und Konditionen von freien JournalistInnen: JJS publiziert die erste Übersicht der Schweiz

Karin Wenger

Daran haben wir die vergangenen Monate gearbeitet: JJS veröffentlicht die erste Übersicht über Honorare und Konditionen von freien Medienschaffenden in der Schweiz. Die Datenbank umfasst zurzeit 150 Einträge von 47 Medien.

Dies ist nur möglich dank euch. Ein riesengrosses Dankeschön an alle freien Journalistinnen und Journalisten, die an unserer Umfrage teilgenommen haben. Das Online-Formular (unten eingefügt) bleibt offen, Angaben können weiterhin übermittelt werden.

Schwammige Stellungnahmen der grossen Medienhäuser

JJS hat alle Medien, zu welchen Einträge übermittelt wurden, um offizielle Angaben gebeten. Nur 8 von 47 Medientiteln gaben genaue Auskunft zu Lohn und weiteren Konditionen (WOZ, SRG Link Magazin, Medienwoche, Freiburger Nachrichten, Obersee Nachrichten, Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, die Effingermedien, thurgaukultur.ch). Zwölf haben gar nicht reagiert auf die mehrmalige Anfrage von JJS; drei Titel antworteten, keine Angaben kommunizieren zu wollen. Die Kommunikationsabteilungen der grossen Medienhäuser teilten eher schwammige Informationen mit und kommunizierten keine Richtlinien für Honorare (Ringier, Tamedia, SRF, NZZ, CH Media).

Grosse Unterschiede zeigen sich bei den Honoraren. Die von Impressum und Syndicom empfohlenen Mindestansätze von 445 bis 518 Franken pro Tag werden zwar ab und zu eingehalten, doch der reale Aufwand scheint oft über den ausbezahlten Tagesansätzen zu liegen. Positiv fallen der Beobachter, das Migros Magazin sowie das SRG Link Magazin auf.

Die meisten regionalen Titel sowie Vice Schweiz bezahlen sehr tiefe Honorare. Auch die WOZ vergütet die freien Schreibenden eher tief, allerdings gibt es bei aufwändigen Recherchen die Möglichkeit auf einen Zustupf des Fördervereins.

Fast alle Medientitel gaben an, Sozialleistungen wie AHV und Pensionskasse zu bezahlen – zum Teil allerdings erst auf Nachfrage der freien Medienschaffenden. Bei den Spesen gelten oft dieselben Reglemente wie für Festangestellte. Freie sollten diese also konsequent einfordern. Die von Branchenverbänden empfohlene Infrastrukturentschädigung bezahlen offiziell nur zwei Medien (SRG Link Magazin, WOZ für regelmässige Freie). Zudem beteiligt sich der Beobachter gemäss unserer Umfrage zumindest teilweise an den Infrastrukturkosten.

An euren Rückmeldungen haben wir gemerkt: Es besteht ein grosses Bedürfnis nach Transparenz. Guckt also rein in unsere Übersicht und fordert eure Honorare, Sozialleistungen und Spesen ein! An alle Praktika-Interessierten: eine Übersicht über Konditionen von Praktika haben wir bereits 2017 veröffentlicht.

Hilf uns, noch mehr Transparenz zu schaffen

Wir behandeln alle persönlichen Daten vertraulich und publizieren diese anonymisiert. Damit möglichst keinen Rückschluss auf die Person machbar ist, werden wir – wo nötig – die genaue Lohnangabe runden oder zu genaue Details auslassen. Die Übersicht wird mit jedem Eintrag besser und nützlicher.

Name (wird vertraulich behandelt) *
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Ich bestätige, meine Angaben nach bestem Wissen und Gewissen wahrheitsgetreu ausgefüllt zu haben. *


Blockchain für Dummies am Wie?So! mit Marc Badertscher

Silvan Zemp

Noch bevor die breite Öffentlichkeit die Relevanz gecheckt hat, war Marc Badertscher schon mittendrin. Seit mehreren Jahren publiziert der Journalist bei der Handelszeitung regelmässig zu Blockchain und Bitcoin. „Ich lese täglich etwa drei Stunden live in Foren und auf Plattformen mit“, sagte er am Wie?So! von „Junge Journalisten Schweiz“ in Zug. «Es fühlt sich ständig so an, wie wenn es bei einem Fussballspiel in der 93. Minute im CL-Final unentschieden steht.»

«Am Anfang war es schwierig, ins Blatt zu kommen mit den Themen Bitcoin, Blockchain, etc.» Deshalb ist er auf einen Blog umgestiegen. Mittlerweile werde ihm quasi jede Geschichte abgekauft und er kann regelmässig in der Zeitung publizieren.

Uns erklärte er anhand von Hotelzimmern und Sudokus, wie diese Technologie funktioniert. Und weshalb sie unglaublich relevant ist und noch relevanter werden könnte. Und was daran so genial ist. In einem Satz zusammengefasst: Blockchain ermöglicht es, Wert via Internet zu transferieren ohne eine zentrale Instanz – sondern mit unendlich vielen sich abwechselnden Instanzen, die sich gegenseitig auf die Finger schauen und belohnt werden, wenn sie ihren Job gut machen. Um die Faszination Blockchain und Bitcoin aber zu verstehen, müsse man unbedingt einmal Bitcoin kaufen. Erst dann spüre man, wie spannend das Ganze sei.  

Lohnt es sich, jetzt noch journalistisch auf den Blockchain-Zug aufzuspringen?

Es ist noch nicht zu spät, so Marc Badertscher. In der Schweizer Medienwelt gebe es durchaus noch Platz für Journalist*innen, die sich an die Themen Bitcoin, Blockchain & co. wagen können. Früher handelten Artikel eher davon, wie die Technologien funktionierten. Heute gebe es mehr Geschichten über aktuelle Entwicklungen: Welches Startup zieht gerade in die Schweiz, wer probiert gerade etwas Neues aus, etc. Man müsse sich zwar richtig reingeben und viel Zeit investieren, und wirklich bereit sein, in eine neue Szene einzutauchen. Aber es lohne sich.

#JJ18 ist Geschichte – Der Journalismus hat Zukunft

Mario Fuchs

60 junge Journalistinnen und Journalisten haben sich vom 2.-4. November 2018 in Zürich eingefunden, um sich zu vernetzen, von Profis zu lernen und über den Journalismus von heute und morgen zu diskutieren.

«Journalismus jetzt», das Forum für junge Journalistinnen und Journalisten und solche, die es werden wollen, ist im Zürcher Toni-Areal zum 7. Mal erfolgreich über die Bühne gegangen. Der Anlass wurde organisiert vom Verband Junge Journalisten Schweiz. Gastgeber war die Fachrichtung Cast/Audiovisual Media der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Zum Auftakt am Freitag konnten die 60 Teilnehmenden zwischen 16 und 30 Jahren auf Redaktionen von der NZZ über 20 Minuten und Keystone bis hin zur Republik Medienluft schnuppern.

Am Abend fand eine öffentliche Podiumsdiskussion statt zum Thema: «Wie viel Unterhaltung verträgt seriöser Journalismus?» Medienforscherin Stephanie Grubenmann machte den Jungen Mut: «Sorgt dafür, dass weiterhin Journalismus produziert wird – egal, unter welchen Bedingungen.»

Das Herzstück von #JJ18 waren die Workshops am Samstag. So grub sich Christian Mensch (Leiter Ausbildung AZ-Zeitungen) mit den Teilnehmenden durch das Handelsregister und zeigte, wo sich gute Geschichten verstecken. Sven Paulin (Izzy Magazine) erklärte, was ein gutes Webvideo ausmacht, Keystone-Fotograf Gaëtan Bally verriet seine Porträt-Tricks oder SRF-Ausbildnerin Cheyenne Mackay führte eine Gruppe in das Podcast-Handwerk ein.

Eine Ideenrunde für eigene Podcastprojekte verlief so angeregt, dass Mackay sagte: «Können wir uns bitte in einem halben Jahr wieder treffen und alle eure tollen Podcasts hören?» Am Abend stieg die legendäre #JJ-Party im Kulturlokal Zitrone in Altstetten mit der Reggae-Band Ambaroots.

Der Sonntagmorgen stand unter dem Motto «Junge für Junge». Sechs junge Journalistinnen und Journalisten, die ihren Weg in die Medien bereits gefunden haben, plauderten aus dem Nähkästchen und gaben Tipps und Tricks für den Start mit auf den Weg. Ausserem stellten sich mit Quint, Tize, Tink und Punkt vier junge Print- und Online-Magazine vor.

Projektleiter Mario Fuchs sagte nach dem Forum: «Es ist einfach nur beeindruckend, wie viel Feuer in jungen Journalistinnen und Journalisten brennt, trotz oder gerade weil es unser Beruf gerade nicht einfach hat.»  Dieses Feuer tragen die junge Journalistinnen und Journalisten nun zurück in ihren Alltag.

Mehr Transparenz im freien Journalismus

Karin Wenger

Als wir die Übersicht über Praktikabedingungen publiziert haben, hörten wir von vielen: So etwas sollte es auch für freie Journalistinnen und Journalisten geben. Gute Idee, finden wir. Ausser den Empfehlungen von impressum und syndicom für die Mindestansätze für freie Mitarbeitende sowie für die Infrastrukturentschädigung fehlen Anhaltspunkte, wie viel ein/e freie/r Journalist/in für die Arbeit verlangen kann.

Junge Journalisten Schweiz will nun Transparenz schaffen. Das können wir nur mit der Hilfe von freien Journalistinnen und Journalisten. Bitte füllt den folgenden Fragebogen aus, am liebsten gleich mehrmals (dafür einfach die Seite aktualisieren, nachdem ihr das Formular abgesendet habt). Sinnvoll ist es, wenn ihr pro Medium, für das ihr gearbeitet habt, ein bis zwei Beispiele ausfüllt – beispielsweise ein kleiner und ein grosser Auftrag.

Was passiert mit meinen Daten?

Wir behandeln alle persönlichen Daten vertraulich und publizieren diese anonymisiert. Wir werden in Listenform pro Medium die verschiedenen "Beispiele" veröffentlichen, die wir als Antworten auf den Fragebogen erhalten. Beispielsweise stehen dann beim Medium X drei Beispiele mit je einer Lohn- und Aufwandangabe sowie den weiteren Details.

Damit möglichst keinen Rückschluss auf die Person machbar ist, werden wir – wo nötig – die genaue Lohnangabe runden oder zu genaue Details auslassen.

Wieso sollte ich mir die Zeit nehmen zum Antworten?

Wir publizieren die Liste erst, wenn wir genügend Antworten haben. Die Gründe: Je mehr Angaben, desto anonymer wird die einzelne Antwort. Zudem ist eine solche Übersicht erst nützlich, wenn bei jedem Medium mehrere Antworten stehen.

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Junge Journalisten Schweiz vergibt Coup-Stipendien

Silvan Zemp

Medienmitteilung vom 8. Oktober 2018:

Der Geist des Coup Magazins lebt weiter. Mit dem Restvermögen werden junge Journalistinnen und Journalisten gefördert, die für Non-Profit-Medien arbeiten. Den Fond verwaltet der Verein Junge Journalisten Schweiz.

Nicht zurückgeforderte Gelder des eingestellten Online-Magazins Coup investiert das Gründerteam in jüngere Journalistinnen und Journalisten sowie in unabhängigen Journalismus. Der Verein Coup hat dem Verband Junge Journalisten Schweiz (JJS) für diesen Zweck 10 000 Franken übertragen. JJS vergibt im Geiste von Coup Honorare an seine Mitglieder, die tiefgründige Recherchen in Schweizer Non-Profit-Medien veröffentlichen.

Ziel ist es, jungen Medienmachern einen qualitativ hochstehenden journalistischen Beitrag zu ermöglichen. Autorinnen und Autoren erhalten ein Honorar  von 1000 Franken, die selbst gewählte Betreuungsperson 200 Franken. JJS-Mitglieder können ein Coup-Stipendium auf der Website von JJS beantragen. Über eine Vergabe entscheidet der Vorstand des Vereins.

JJS verfolgt nicht die Absicht, Verlage zu subventionieren. Vielmehr sollen Schweizer Non-Profit-Medien durch die Veröffentlichungen gefördert werden. Darunter fallen journalistische Plattformen, welche ihren Schreibenden keine Löhne ausbezahlen. Dazu gehören unter anderem: Tink.ch, NegativeWhite.ch, Tize.ch, Das Lamm oder Quint.

Weitere Informationen
Manuela Paganini
Präsidentin Junge Journalisten Schweiz
+41 78 890 60 64
jungejournalisten.ch

Wie geht guter Sportjournalismus? So! sagen zwei, die über den FC Basel schreiben

Martina Polek

Im gutbürgerlichen Restaurant Bundesbahn haben wir an der letzten Wie?So! mit den zwei FCB-Berichterstattern Céline Feller (bz Basel) und Samuel Waldis (TagesWoche) gesprochen. Die zentrale Frage: Wie viel Nähe braucht es, um mitreissende Interviews zu schreiben und wie viel Abstand tut gut, um auch in schlechten Zeiten kritisch über den FCB zu berichten? 

In Basel diskutierten wir mit Samuel Waldis (TaWo) und Céline Feller (bz Basel) über Sportjournalismus.

In Basel diskutierten wir mit Samuel Waldis (TaWo) und Céline Feller (bz Basel) über Sportjournalismus.

Fan: Nein, weder Céline noch Samuel sind FC Basel Fans. Torjubel ist absolut tabu. Céline liebt den Fussballsport, Samuel verlässt gern den Schreibtisch und lässt sich von unmöglichen Arbeitszeiten nicht abschrecken. Darum schreiben sie über den FCB und mögen ihren Job auch so gerne. 

Reisen: Ja, während eines Spiels im Ausland rücken Spieler und Medienschaffende zusammen – Flugzeug sei Dank. Vorne sitzen die Spieler, hinten die Journis. Da ist es auch schon vorgekommen, dass er mit einem Spieler gemeinsam gezockt habe, sagt Samuel. Wie auf Klassenfahrt geht’s aber selbst im Flugzeug nicht zu und her. Manche Spieler ziehen sich den Pullover übers Gesicht, um ihre Ruhe zu haben. Und übertriebener Alkoholkonsum liegt sowieso nicht drin, weder bei den Fussballern, noch bei den Journalisten.  

Intimität: Momente, in denen sich Spieler und Journalist näher kommen, die gibt es immer wieder. Etwa, wenn sie sich zu einem Interview treffen. Bewusst für Intimität und Vertrauen sorgten Céline und Samuel bei ihren zwei Interviews, die für besonders viel Aufmerksamkeit in Basel gesorgt haben. Dazu sprach Samuel auf Französisch mit dem Fan-Liebling Geoffroy Serey Dié, Céline führte ein Interview auf Spanisch mit dem abtretenden FCB-Kapitän Matìas Delgado. Die Muttersprache entlockte den Spielern wohl Dinge, wie es in einer anderen Sprache nicht möglich gewesen wäre.  

Wiedersehen: Was für den Regionaljournalismus gilt, gilt für eine FCB-Journalistin sogar noch ein bisschen mehr: Céline und Samuel begegnen den Menschen, über die sie schreiben, immer wieder und müssen ihnen auch dann in die Augen blicken können, wenn sie mit ihnen zuvor in einem Artikel hart ins Gericht gegangen sind. Wer damit nicht umgehen kann, hat im Sportjournalismus nichts verloren. Auch Céline musste sich daran gewöhnen, dass ihr Spieler schreiben und im vorwurfsvollen Ton fragen: «Warum hast du mir nur eine Note 4 gegeben für meine Leistung im Spiel gestern?».

JJS-Mitglieder Daniel Faulhaber (links) und Martina Polek (2.v.l.) sprachen mit Céline Feller (2.v.r.) und Samuel Waldis (rechts).

JJS-Mitglieder Daniel Faulhaber (links) und Martina Polek (2.v.l.) sprachen mit Céline Feller (2.v.r.) und Samuel Waldis (rechts).

JJS@EU 2018

Simon Schaffer

Geh nach Brüssel, es ist grossartig, haben alle gesagt, die vor uns mit JJS/YES an der Challenge Europe teilgenommen hatten. Aber, wie spannend kann ein EU-Parlamentsgebäude schon sein? Turns out: sehr.

Nach dem Brexit wird sich die Zusammensetzung stark verändern: Das EU-Parlament in Brüssel.

Nach dem Brexit wird sich die Zusammensetzung stark verändern: Das EU-Parlament in Brüssel.

Es ist das eine, EU-Kommission, -Parlament und -Rat auseinanderhalten zu können. Das andere ist, im Parlamentsaal zu sitzen, im Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg, oder in der Pressekonferenz der Kommission. Mit den Menschen, welche in diesen Institutionen arbeiten zu sprechen. Ganz besonders mit solchen, die danach einem grossen Publikum darüber berichten.

Mehr oder weniger ernste Fragen, wolkige Antworten der Press Speaker: das Midday Press Briefing (wegen Bauarbeiten am grossen Pressesaal fand es in einem Sitzungszimmer statt).

Mehr oder weniger ernste Fragen, wolkige Antworten der Press Speaker: das Midday Press Briefing (wegen Bauarbeiten am grossen Pressesaal fand es in einem Sitzungszimmer statt).

Für uns vom Medienworkshop war es von Vorteil, dass wir als Gäste der täglich stattfindenden Pressekonferenz der EU-Komission angemeldet waren, wir wurden nämlich zu Beginn offiziell begrüsst. Dass “young journalists from switzerland” da waren, interessierte die anwesenden Journis aus der Schweiz. Im Verlaufe der Woche trafen wir dann einen Print-Korrespondenten, eine Berichterstatterin der SDA und einen TV-Korrespondenten von SRF zum Gespräch. Die Treffen mit Remo Hess, Barbara Stäbler und Sebastian Ramspeck waren sehr aufschlussreich, alle nahmen sich Zeit. Es wurde uns nie langweilig.

Was uns überraschte? Anlässe wie das Midday Press Briefing sind zu einem grossen Teil Theater des Pressedienstes, gegenseitiges Temperaturfühlen. Die echte Arbeit besteht aus Treffen und Gesprächen, meist off-the-record. Denn die wichtigste Währung im diplomatischen Brüssel ist Information.

Schon mal gesehen? Hier küsst Jean-Claude Junker seine PartnerInnen bei wichtigen Trefffen.

Schon mal gesehen? Hier küsst Jean-Claude Junker seine PartnerInnen bei wichtigen Trefffen.

Auch die Gespräche mit Angestellten der EU haben Eindruck gemacht. Hängen geblieben ist zum Beispiel der Satz «Doch, wenn sich die Schweiz nicht bewegt, ist es durchaus denkbar, dass die EU die bilateralen Verträge kündigt», von einem Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes der EU.

Begegnungen wie diese macht die Reise so wertvoll: Weil wir direkt mit den Leuten reden konnten, und ihnen direkt unsere Fragen stellen konnten. Das ermöglicht ein differenzierteres Bild dieser Organisation, die früher oder später in jeder innenpolitischen Diskussion auftaucht.

Wir hatten unseren Anteil an Powerpoint-Präsentationen aus der Hölle. Und Menschen, die doziert haben, als hätten sie umso mehr recht, je länger sie nicht unterbrochen werden.

Auf einer anderen Ebene spannend ist der Umstand, wie der Begriff «Delirium» eine neue, ausgesprochen positiv aufgeladene Bedeutung erhalten hat. Gemeint ist natürlich die Bar. Und das Bier.